Frisch eröffnet: „Vapiano“ in Hannover


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Seit Mitte Juni ist die Bonner Pasta- und Pizza-Restaurantkette „Vapiano“ nun auch in Hannover mit einem repräsentativen Ableger vertreten. In die ersten beiden Etagen des historischen Gründerzeitgebäudes in der Fußgängerzone zwischen Steintor und Kröpcke ist nach monatelangen Sanierungs- und Umbauarbeiten ein schickes italienisches Selbstbedienungs-Restaurant eingezogen – mit rund 200 Sitzplätzen drinnen und fast 120 Bank- und Lounge-Plätzen draußen vor der Tür.

Vapiano 2
Das „Vapiano“-System ist einfach, erstaunlich beliebt und funktioniert wie eine moderne Betriebskantine oder Uni-Mensa. Beim Betreten erhält jeder Gast am Eingang eine Chipkarte, auf der alle bestellten Speisen und Getränke gespeichert und später an der Kasse abgerechnet werden. Danach sucht man sich auf einer schmalen Speisenkarten-Pappe sein Lieblingsgericht aus, stellt sich an eine der drei Frontcooking-Stationen für Pasta, Antipasti und Salate oder Pizza an, wartet erst geduldig und schaut dann ungeduldig zu, wie die aufgegebene Bestellung von angelernten Köchen frisch zubereitet wird, stellt Teller und Tasse auf ein stabiles Blechtablett, schnappt sich Besteck und Servietten und sucht sich einen freien Platz. „Innovatives Fresh Casual Dining-Konzept“ heißt das bei „Vapiano“.

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Zu diesem bemerkenswert erfolgreichen Gastro-Konzept gehört für „Vapiano“ auch ein modernes, mediterranes Wohlfühlambiente mit hellem Eichenholz, klaren Linien und kräftigen Farben, einem stämmigen Olivenbaum mitten im Raum und gartenfrischen Kräutertöpfen auf jedem Tisch, an denen sich jeder nach Lust und Laune bedienen darf.

Auf der kurzen Speisenkarte stehen konfektionierte Klassiker der italienischen Küche wie Bruschetta (2,50 Euro), Caprese (6 Euro), Carpaccio (7,50 Euro), Pasta Pesto (6,25 Euro), Pasta Bolognese (7,25 Euro) und Ravioli mit Rucola (8,25 Euro), Pizza Salami (6,25 Euro) und Pizza Capricciosa (8,25 Euro) – alle Pastagerichte und 28 Zentimeter-Pizzen sind in vier Preiskategorien unterteilt, kein Hauptgericht kostet mehr als 9,25 Euro. Die selbst gemachten Nudeln kommen täglich frisch aus der gläsernen Manufaktur im Obergeschoss (und werden auch zum Mitnehmen als 180 Gramm-Tütchen für 0,90-1,60 Euro verkauft), Desserts, Kuchen und Getränke gibt es an den Espresso-Bars auf beiden Etagen.

Vapiano
„Vapiano“ setzt sich bekanntermaßen aus den beiden italienischen Wörtern „va“
(jemand oder etwas „geht“) und „piano“ („langsam“) zusammen. Die kreativen Wortschöpfer hatten wohl die italienische Leichtigkeit des Seins dabei im Sinn, und die repräsentiert der klangvolle Name gewiss fürs Auge und für den Gaumen – aber eben auch für die göttliche Gabe der Geduld. Denn bei viel Betrieb (und wann herrscht der mal nicht bei „Vapiano“?) geht es wortwörtlich langsam voran – in der Schlange der Wartenden, beim Zubereiten der Lieblingspasta und beim andächtigen Betrachten des Pagers, den jeder Gast nach seiner Bestellung am Pizza-Stand erhält, und der hoffentlich bald alarmierend blinkt und brummt und mitteilen will, dass die gewünschte Pizza endlich zur Abholung am Ausgabetresen bereit steht.

Ich habe meine nicht allzu belastbare Geduld einmal auf die Probe gestellt und nur wenige Tage nach der Eröffnung zur besten Mittagszeit eine Pizza bestellt. Nach nur 16 Minuten war die „Pesto con Spinaci“ für 6,25 Euro fertig, einen freien und schattigen Terrassenplatz gab’s auch, soweit alles tutti. Die vom Rand bis zur Mitte fast gleichmäßig dünne und sparsam mit Blattspinat, Tomatenwürfeln und Pesto dekorierte Pizza passt mit ihren 28 Zentimetern in voller Größe auf den schlicht-weißen Porzellanteller und wurde leicht geviertelt. Auch nett.

Aber: Nachdem der spindeldürre Fladen den Ofen verlassen und nur wenige Minuten an der warmen Sommerluft verbracht hatte, war er bereits komplett ausgekühlt und ließ sich nur mühevoll mit dem zwar formschönen, aber unfähigen Messer in mundgerechte Happen schneiden. Mein Tipp deshalb: Die „Vapiano“-Pizza am besten sofort zur Hälfte teilen, jedes Stück der Länge nach falten und wie die Italiener davon abknabbern!

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Dessen ungeachtet ist „Vapiano“ für Hannover ein Gewinn. Nicht zuletzt deshalb,
weil nun auch diese bislang wenig charmante und eher ruhige Ecke in der City
etwas südländisches Flair bekommen hat und besonders an lauen
Sommerabenden bis spät in den Abend lebhaft aufblüht.

Vapiano Hannover
Heiligerstr. 3
30159 Hannover
Tel. 0511-35 39 59 88
Geöffnet: So-Mi 11-24, Do-Sa 11-1 Uhr
www.vapiano.de

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