Bäcker Jochen Gaues: Schau an, da isser wieder!


Jochen Gaues und sein Ochsenbrot
Deutschlands bekanntester Bäcker Jochen Gaues meldet sich wieder zurück in Hannover – mit drei neuen „Broterbe“-Standorten und seinem unvergleichlichen Ochsenbrot.

Es war still geworden um den Promi- und Skandalbäcker Jochen Gaues – nach all dem Rummel um die katastrophalen Zustände in seiner früheren Bäckerei in Stöcken,
der anschließenden Insolvenz, dem Umzug in die neue Backstube in Lachendorf
bei Celle im Frühjahr 2012, der erneuten Insolvenz dort Anfang 2013
und der Schließung seiner zuletzt fünf Filialen in Hannover.

Broterbe Gaues 2
Eins von seinen besten Broten – das Sylter Weißbrot von Jochen Gaues

Mit seinem sehr dunkel gebackenen Brot (das typische Markenzeichen der Gaues-Brote) wurden nicht nur die besten Restaurants in Hannover beliefert wie die „Insel“ am Maschsee oder das „11 A“ im Stadtteil Linden, auch das Bundespräsidialamt in Berlin, Fernsehkoch Johann Lafer und Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio und Jack Nicholson gehörten zu den Stammkunden von Jochen Gaues.

Nun ist der Unverwüstliche wieder zurück in Hannover. Aber nur noch als angestellter Bäcker, denn seine „Broterbe“-Bäckerei hat inzwischen der hannoversche Gastronom Valentin Zurr („Bar Seña“, „Puro“) gekauft, der mit neuem Konzept einen Neustart in Hannover wagen will. Bereits im vergangenen März konnte man im EDEKA-Markt Kasper im Zooviertel wieder das gute Sylter Weißbrot, die putzigen Muckstangen und das mit Anis und grünen Oliven gebackene, schwere Ochsenbrot von Jochen Gaues kaufen.

Broterbe Gaues 1Mitte April war dann die Eröffnung eines eigenen Standes in der Markthalle von Hannover – rund 30 Quadratmeter groß, mit hohen Wandregalen voller dunkler Brotlaibe und einer Vitrine mit handfesten und herzhaft belegten Brotscheiben. Die dritte „Broterbe“-Filiale am Altenbekener Damm in der Südstadt soll in Kürze folgen.

Broterbe Gaues 4
Dürfen in keinem Brotkorb fehlen: Ochsenbrot (ganz hinten), Muckstange (das „Stachelbrötchen“ davor), das Curry-Ciabatta (ganz links) und das Früchtebrot (vorn in der Mitte). Alles von Gaues und alles einmalig lecker!

Broterbe Gaues
In der Markthalle
30159 Hannover
www.broterbegaues.de


Nur zur Erinnerung:
Auszug eines Mittagstisch-Gespräches mit Jochen Gaues
im hannoverschen Ristorante „Roma“ im August 2010

Präsidenten und Politiker, Sterne-Köche und auch die Stars aus Hollywood – sie alle wollen nur eines: das Ochsenbrot aus Hannover und sonst keines. Udo Lindenberg schmeckt’s, Joschka Fischer bestellt bei ihm, auch Bundespräsident Christian Wulff
lässt sich die mittlerweile prominenten Gaues-Brötchen ins Schloss Bellevue liefern.
Und bei allen stellt er sich nur so vor: „Guten Tag, Jochen Gaues. Ich bin der Bäcker!“.

Pünktlich, prächtig gelaunt und mit einem breiten Grinsen zwischen den sauber rasierten Koteletten stiefelt Super-Gaues in die gute Stube von Cesarina und Lino.
Wir haben uns zum Mittagsessen im „Roma“ in der Goethestraße verabredet. Hier kennen sie „Champagner-Jochen“ auch aus seinen wilden Zeiten, als er durch die Edelrestaurants zog und flaschenweise nur das Beste vom Besten bestellte. Diesmal will er nur Mineralwasser. „Ich muss noch arbeiten“, zischelt Gaues geheimnisvoll, um sich sofort darauf lauthals über seine jüngsten Skandale zu amüsieren. In seiner Backstube würden „südamerikanische Verhältnisse“ und „unzumutbare Zustände“ herrschen, behaupten Mitbewerber. Keine Kopfbedeckung, abgeschlagene Tischkanten, und überhaupt sei so einer nicht der Repräsentant des Bäckerhandwerks. „Das sind doch nur noch Maschinenführer und keine Bäcker!“, poltert Gaues. „Bei uns wird gestaubt und gemehlt und von Hand gearbeitet. Und dann sieht das eben so aus!“. Der Bäcker mit der Statur eines Preisboxers ist eine Naturgewalt: rau, kantig und herzhaft – wie sein Brot, das niemals gleich, aber immer irgendwie verbrannt aussieht, „weil’s so am besten schmeckt“. Gaues eckt gern an, lacht laut und immer so, als wenn gleich ein Asthma-Anfall folgt, redet ohne Punkt und Komma und wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

„Und dann dieser Unsinn, weil Wulff unbedingt meine Brötchen auf seinem Berliner Frühstückstisch haben will! Ich hab’ vor ihm schon Köhler beliefert, und Roman Herzog!“. Auch VW-Patriarch Ferdinand Piëch lässt sich die Gaues-Brote in seine Salzburger Villa schicken. Fernsehkoch Johann Lafer will nur seine Stollen.
Immerhin lag der Promi-Bäcker schon am Boden, machte im Jahr 2003 Pleite.

„Ich hatte null“, jammert Gaues. Heute backt er mit 30 Mitarbeitern auf 50 Quadratmetern sieben Tage die Woche wie besessen die wohl besten Brote weit und breit. „Ich wollte immer nur Bäcker werden und ich finde diesen Beruf einfach geil“, flötet der Ferrari-Fahrer, der Was guckst Du?-Comedian Kaya Yanar kürzlich in seiner Backstube schuften ließ und den viele schlicht für einen durchgeknallten Brötchenkneter halten. „Wenn Du mit Leidenschaft bei der Sache bist, dann tickst Du einfach anders“, sagt Gaues nüchtern – und bestellt noch eine Flasche Wasser.

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