Eiscafés: So schmeckt der Sommer in Hannover


Eiscreme
Eiszeit bei 25 Grad im Schatten. Überall wird wieder nach Herzenslust geschleckt und gelöffelt, was die Waffel und der Becher hergeben. Alle sind heiß auf Eis, und eines ist auch diesem Jahr kugelsicher: dieser Sommer wird cool. Als kühlender Appetithappen zwischendurch ist der zarte Schmelz immer noch der Dauerbrenner bei Jung und Alt. Und gesund zudem. Dass Eis „die Säfte belebt und das Wohlbefinden hebt“ wusste schon Hippokrates. Mit einem Viertelliter Eiscreme täglich (umgerechnet drei große Kugeln Erdbeer, Vanille und Schoko oder zwei Magnum Mandel) zergehen wichtige Vitamine, hochwertiges Milchprotein, reichlich Mineralstoffe und gut ein Achtel des Tagesbedarfs an Calzium auf der Zunge.

Zum Dahinschmelzen ist übrigens auch das „Eishoroskop“: wer beispielsweise auf Vanilleeis steht, ist demnach tolerant, klug und geduldig und kommt am besten mit Stracciatella- oder Kirsch-Fans zurecht. Liebhaber von Cappuccino-Eiscreme indes glänzen mit ungewöhnlichen Ideen und Liebenswürdigkeit, sind aber weniger sinnlich veranlagt und tauen erst bei Erdbeer- oder Himbeereis-Anbetern so richtig auf. Zum Kugeln hingegen sind die neuesten Eiscreme-Trends aus aller Welt: „Cold Stone“ aus den USA etwa (auf einer -16 bis -18 Grad kalten Steinplatte werden die gewählten Eissorten, Früchte und Nüsse zu einer individuellen Lieblingssorte vermischt), „Ice’n Fries“ aus Australien (Pommes mit Milcheis), „Eis-Burger“ aus Sizilien (Eiscreme im Brioche-Brötchen) oder die blau-weiße „Facebook Eiscreme“ aus Kroatien mit Vanille und Kaugummi-Sirup.

Und so schmeckt der Sommer 2017 in den Eiscafés von Hannover. In diesem Sinne: Have an Ice(cream) Day!

Al CentroAl Centro

Das „Al Centro“ in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade gehört zu den italienischen Eiscafé-Klassikern in der Innenstadt, die das ganze Jahr über geöffnet haben. Seit rund 20 Jahren betreibt Luis-Manuel Botello-Martins seine bei Eiscreme-Fans jeden Alters beliebte Gelateria im Herzen von Hannovers „tiefer gelegtem“ Shopping-Boulevard entlang der so genannten Minus-1-Ebene zwischen Kröpcke und Hauptbahnhof.

rechts Eis, links Café

Das „Al Centro“ ist zweigeteilt: auf der rechten Seite ist die große Eistheke im kühn geschwungenem Design, links das kleine Eiscafé mit der durchgehenden Fensterfront zur Einkaufspassage. Wer ein Eis auf die Hand möchte, stellt sich einfach bei „GelatÓK“ an und hat dann beim Blick auf fast drei Meter Eiscreme in 33 verschiedenen Sorten und mindestens ebenso vielen Farben die Qual der Wahl: nehme ich heute mal nur Milcheis mit Schokolade, Vanille und Walnuss oder etwas Fruchtiges mit Ananas, Kirsch und eine Kugel von der neuen Sommersorte Mediterranio (Mandarine mit Limone) oder lieber gemischt oder einfach nur „Landsberg“ – schließlich gibt es den cremig-kühlen Gaumenschmeichler mit Vanille, Sauerkirsch-Sauce und Mandelstücken nur hier. Luis-Manuel Botello-Martins macht seine erstklassige Eiscreme täglich frisch nach Familienrezepten am Vahrenwalder Markt, die Kugel kostet derzeit 1,20 Euro, die Portionen sind erfreulich groß.

„Dolce Vita“ zum Löffeln und eine süße „Love Affair“

Wer sein Eis lieber im Sitzen und aus dem Glasbecher genießt, der sucht sich nebenan im mit viel hellem Holz und goldigen Farben eingerichteten Café einfach einen freien Platz. Sitzgelegenheiten inmitten der belebten Niki-de-Saint-Phalle-Promenade sind leider nicht erlaubt. Die farbenfroh gestaltete Hauptkarte bietet eine Riesenauswahl von Eisbechern in jeder Größe (vom Eiskaffee für unter 5 Euro bis zur Königsschale für über 40 Euro), die zwar alle schöne Namen haben, aber leider nichts vom köstlichen kühlen Inhalt verraten. Dafür machen die Bilder der opulent mit allerlei Früchten geschmückten Becher und Teller richtig Appetit, außerdem kennt sich die liebenswürdige Bedienung bestens aus und erklärt gern, mit welchen Leckereien etwa „Dolce Vita“, „Lustiger Vagabund“ oder „Merci Chéri“ serviert werden.

Für die Spaghettieis-Spezialitäten gibt es eine weitere Karte mit zwölf(!) verschiedenen und gut beschriebenen Kreationen plus vier Varianten für die kleinen Gäste – ausgefallen sind die eiskalten Leibspeisen mit Vanille- und Pistazieneis, Irish Cream-Likör und gerösteten Pistazien sowie mit Nusseis, Schokoraspeln, allerlei Nüssen und Erdbeer-Sauce.

Heiß und Eis

Groß ist auch die Auswahl an frisch gebackenen heißen Waffeln und warmen Crêpes, die zu jeder Tages- und Jahreszeit schmecken – am besten mit Vanilleeis, frischen Früchten und Sahne oder Schoko-Sauce. Zum Kaffee am Nachmittag empfiehlt sich ein Sahnestück aus der Glasvitrine neben der langen Eistheke: besonders lecker sind die Latte Macchiato-Mango-Sahne-Torte und die Irish Coffee-Torte aus der Konditorei des Café Mönnike im Stadtteil Linden-Mitte.

Al Centro
Niki-de-Saint-Phalle-Promenade 14
30159 Hannover
Tel. 0511-89 70 66 22
Geöffnet: tägl. 9-21 Uhr

Colosseum

Colosseum

Hannovers größtes Eiscafé befindet sich im linken Seitenflügel des Hauptbahnhofes. Nico Iaria hat sein „Colosseum“ zur Weltausstellung EXPO 2000 eröffnet. Kolossal sind auch die Dimensionen: im voll verglasten Inneren mit dem Bartresen und der großen Eistheke verteilen sich 130 Sitzplätze auf den zwei Etagen, auf dem Bahnhofsvorplatz gibt es noch einmal rund 300 überdachte Terrassenplätze (die bei schönem Wetter den ganzen Tag von der Sonne angestrahlt werden) und einen weiteren Eiswagen, der direkt neben dem Haupteingang zum Bahnhofsgebäude steht.

Dieser Sommer wird sahnig

Auch die Vielfalt der angenehm zarten und nicht allzu süßen Eiscreme aus eigener Herstellung kann sich sehen lassen: das ganze Jahr hindurch stehen rund 30 Sorten zur Auswahl. Aktuell kostet eine Kugel 1,20 Euro, doch die Portionen sind stets ausgesprochen großzügig bemessen. Ausgezeichnet schmecken die fruchtigen Sorten wie Ananas und Mango, zum Dahinschmelzen sind Karamell und Kokos, zum Knabbern verführen die Kugeln mit Cookies und Snickers. Zu jeder Sommersaison gibt es zwei bis drei neue Sorten, in diesem Jahr sind das Apfelstrudel, Praline Royal und Sahnegries mit Zimt-Sauce (unglaublich lecker!). Wer den kühlen Schmelz lieber in aller Ruhe aus dem Glas löffelt, sollte unbedingt einmal die exotischen Kreationen mit philippinischer Ananas oder mit Papaya, den klassischen Rumtopf-Becher oder die Joghurt-Spezialität mit Brownies probieren. Die Bedienung ist in der Regel gut organisiert, meist steht die gerade aufgegebene Bestellung auch bei viel Betrieb bereits wenige Augenblicke später schon auf dem Bistrotisch.

Spaghetti-Eis darf natürlich gar nicht fehlen: die kunterbunte Karte hat acht köstlich kalte Nudelteller zur Auswahl, der Renner im Sommer ist die Variante mit frischen Erdbeeren. Außerdem werden viele verschiedene Eisbecher für Kinder angeboten, und auch für Pärchen gibt es die eine oder andere süße Verführung mit zwei Löffeln (oder mehr, wenn’s die üppige Königsschale für fast 30 satte Euro sein soll).

Crêpes und Kuchen – gibt’s auch mit Eiscreme

Kuchenfans kommen im „Colosseum“ ebenfalls auf ihre Kosten. Erste Wahl ist selbstverständlich der warme Apfelstrudel mit Vanilleeis, aber auch die selbst gebackenen Torten mit Erdbeer-Joghurt, Käse-Sahne oder Latte Macchiato sind auch „oben ohne“ sündhaft lecker. Nur von November bis März zu haben sind die frisch gemachten belgischen Waffeln (am besten mit Vanilleeis, Bananen, Zimt und Grand Manier) und französischen Crêpes (am liebsten mit Joghurteis und frischem Obst). Und bis zum Frühling mit Eiscreme auf die Hand ist’s dann ja nicht mehr lang!

Colosseum
Ernst-August-Platz 1
30159 Hannover
Tel. 0511-306 91 11
Geöffnet: So-Do 5.30-23.30, Fr & Sa 5.30-24 Uhr
www.bistro-colosseum.de

Eis 2000

Eis 2000

Seit über 15 Jahren schon betreibt Gianbattista Bertanzetti seine kleine Eisdiele an dem Teilstück Hildesheimer Straße, der zur Südstadt gehört. Der Name „Eis 2000“ führt zwar immer mal wieder zu unnötigen Verwechslungen mit den gleichnamigen Eiscafés an der benachbarten Marienstraße und auf dem Engelbosteler Damm in der Nordstadt, doch der gebürtige Italiener aus Treviso bei Venedig will daran vorerst nichts ändern. Wieso auch: sein eiskalter Schmelz ist heiß begehrt, bei den kleinen und großen Genießern aus der Nachbarschaft und weit darüber hinaus.

Bis zu 40 Sorten, die man am liebsten alle auf einmal probieren möchte

Jeden Morgen duftet es verführerisch aus der kleinen Küche hinterm Verkaufsraum nach kernigen Nüssen und dunkler Schokolade, nach frischen Früchten und bittersüßer Vanille – und jeder Kunde vor den beiden schon gut gefüllten Eisvitrinen im Laden ahnt: der Meister macht gerade meine Lieblingssorte. So geht das Tag für Tag, von Mitte Februar bis Ende Oktober. Dann macht die Eisdiele Winterpause.

Bereits mit Beginn der ersten wärmeren Frühlingstage bietet Gianbattista Bertanzetti eine Riesenauswahl von 35 bis 40 verschiedenen Eiscreme-Kreationen aus seinem Sortiment von insgesamt rund 100 Sorten. Und jede einzelne ist so gut und lecker, dass man sie am liebsten alle auf einmal probieren möchte. Vielleicht jeden Tag eine andere, denn die Kugeln für aktuell 1,20 Euro sind unglaublich groß, und mit Sahne wird auch nicht gespart.

Die rechte Vitrine im Laden ist reserviert für die Klassiker wie cremige Vanille, knackige Stracciatella und die sensationell dunkle Schokolade, auch der sehr intensiv schmeckende Zimt und die süße Amarena-Kirsch sind dabei. In der linken Vitrine sind immer die aktuellen Sorten zu finden – wie jetzt zum Frühling und im Sommer etwa Marokkanisches Joghurteis mit Kardamom und Nelken, Gries-Pflaume und Kokoseis mit Waldfrüchten und Schoko-Cookie-Crunch, im Herbst kommen dann noch so edle Gaumenschmeichler wie Marzipan mit Mohn, Baiser mit Karamell und – quasi als Vorgeschmack auf Weihnachten – Vanilleeis mit Spekulatius mit Orange.

Eisbecher und Schlemmertüten

Jede Eissorte kann übrigens auch als Milchshake bestellt werden, und viele werden ohne Milch, Sahne oder Eier hergestellt und sind daher – wie auch die selbst gemachte Erdbeer-, Karamell- und Schokoladen-Sauce – für den veganen Genuss geeignet. Darüber hinaus bietet Bertanzettis Eisdiele (in der es drinnen zwar nur ein paar Stehplätze am Fenster gibt, dafür draußen auf dem Fußweg ab April vier Tische mit 14 Stühlen) rund 30 verschiedene Eisbecher mit und ohne Alkohol und „Schlemmertüten“ – große Waffeln mit drei Kugeln Eiscreme sowie Sauce, Sahne und Streusel nach Lust und Laune. Besonders beliebt sind das Spaghetti-Eis (das neuerdings auch als Kugeleis angeboten wird), die fruchtigen Joghurteis-Becher, Triple-Choc mit Milchschokolade, Schokostücken und Schoko-Sauce sowie der „Baba-Becher“ – eine Spezialität aus der italienischen Heimat von Gianbattista Bertanzetti mit Vanille-, Malaga- und Zabaione-Eis, in Rum eingelegtem Hefegebäck, Krokantstreusel und einem Schuss Eierlikör. Himmlisch!

Eis 2000
Hildesheimer Str. 77
30169 Hannover
Tel. 0511-492 18 88
Geöffnet: Februar bis April und im Oktober tägl. 10-21 Uhr, Mai bis September tägl. 10-23 Uhr

Eiscafé Dal Cin

Eiscafé Dal Cin

Das Eiscafé mit Stil im Herzen der Altstadt. Im Oktober 2004 hat Renato Dal Cin seine Gelateria mit Salon-Atmosphäre, Kronleuchtern unter der hohen Decke und interessanten Blickwinkeln eröffnet: von den 40 Plätzen vor der Tür schaut man direkt auf jahrhundertealte Fachwerkhäuser, und durch das Glasdach im hinteren Teil des Cafés mit seinen 80 Sitzplätzen sieht man geradewegs auf die Marktkirche. Schön anzusehen sind auch die kunstvollen Eiskreationen.

So schmeckt der Sommer und das süße Leben

In der vielseitigen Eiskarte stehen rund 50 verschiedene Eisbecher (plus sieben Teller für Kinder) – einer opulenter als der andere, was die Wahl nicht leichter macht. Spaghetti-Eis etwa, die eiskalte Lieblingsspeise der kleinen und großen Gäste, gibt es in acht verschiedenen Varianten; verdammt lecker sind die „Nudelteller“ mit Makronen und Karamellsauce, mit Waldfrüchten sowie mit Eierlikör und Krokant. Wenn’s so richtig warm ist, dann schmeckt am besten der „Sommerbecher“ mit vielen exotischen Früchten zum erfrischend kühlen Schmelz oder der „Dal Cin Becher“ mit Bananen-, Schoko- und Vanilleeiscreme, Schoko- und Vanille-Sauce, Sahne und reichlich frischem Obst. Appetit auf Urlaub und das süße Leben machen der „Rocher Becher“ und der „Raffaello Becher“ (wer sich zwischen diesen beiden nicht entscheiden kann, sollte einfach den „Ferrero Becher“ bestellen mit je einer Praline von beidem, Amarena- und Kokos-Sauce und einer guten Portion Sahne obendrauf).

Cremig und knackig: das Hannover Eis

Beim Eis auf die Hand kann sich die Auswahl ebenfalls sehen lassen: von den über 50 verschiedenen Milch- und Fruchteiskreationen sind rund 30 Sorten regelmäßig in der halbrunden Eistheke vorrätig. Sehr gut sind Joghurt-Sanddorn, Feige-Zimt, Orange, Weiße Schokolade und das Hannover Eis aus Schoko- und Vanilleeiscreme mit Haselnüssen und Schokostücken (zurzeit kostet die Kugel 1,20 Euro, für die Premiumsorte Pistazie wird 1,40 Euro berechnet). Neu in diesem Sommer sind Granatapfel, Fritzi (Milcheis mit Brausepulver in Toffee-Sauce) und Spaghetti-Eis als Kugel.

Auch rund um Hannover wird Eiscreme von Dal Cin geschleckt

Sein feincremiges und nicht allzu süßes Eis produziert Renato Dal Cin nach italienischen Originalrezepturen täglich frisch in der eigenen Eismanufaktur an der A 7 bei Schwarmstedt – übrigens nicht nur für seine beiden Eiscafés in Hannover (das zweite befindet sich in der Lutherstraße in Hannovers Südstadt), sondern für auch 13 weitere „Dal Cin“-Ableger von Verden im Norden bis Bad Gandersheim im Süden der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von „Dal Cin“ allerdings in Wiesbaden. 1977 verließ der damals 15jährige Renato Dal Cin seine Heimatstadt Treviso bei Venedig, um in einem Eiscafé die Handwerkskunst der Eiscremeherstellung von der Pike auf zu lernen. 1983 eröffnete er seine erste eigene Eisdiele im kleinen Örtchen Tailfingen südlich von Stuttgart. Zwei Jahre später zog es den tüchtigen Italiener dann in den Norden, wo er erst eine größere Eisdiele in Bad Fallingbostel übernahm und in den Jahren darauf ein Netz von eigenen Eiscafés in und rund um Hannover spannte.

Eiscafé Dal Cin
Kramerstr. 17
30159 Hannover
Tel. 0511-30 02 02 64
Geöffnet: tägl. 9-22 Uhr
www.dalcin.de

Eissalon Panciera

Eissalon Panciera

Hannovers erste Eisdiele. Das „Panciera“ wurde 1932 eröffnet und ist bis heute am Lister Platz direkt an der langen Einkaufsstraße Lister Meile zuhause. Trotz Renovierung und Umbau vor einigen Jahren ist noch viel vom einstigen Milchbar-Ambiente erhalten geblieben.

Rendezvous mit Milchshake und Bananen Split

Schlichte Holzbänke, verspielte Wandlampen und kitschige Alpenmotive an den Wänden – so sah es noch aus vor zehn Jahren in Hannovers Eiscafé-Pionier Panciera. Nach der Umgestaltung sind Einrichtung und Mobiliar etwas moderner geworden, doch hier und dort erinnert Manches noch an die Blütezeit der Eisdielen in den 1950er und 1960er Jahren: das kleine Stübchen die paar Treppenstufen hinauf etwa, das wie eh und je wunderbar geeignet ist für ein ungestörtes Rendezvous mit Milchshake und Bananen Split. Oder die enge Eisbar gleich vorn am Eingang mit ihren runden Glastrommeln für Waffeln und Plastiklöffel und der Tafel an der Wand daneben, auf der wie früher mit schmalen Schildchen die angebotenen Eissorten stehen. Auf die schaut wahrscheinlich ohnehin kaum noch jemand, denn der Blick fällt immer gleich direkt auf den einladenden Schmelz vorn in der Glasvitrine, der jeden Morgen frisch aus der Eisküche hinterm Café kommt.

Zarter Schmelz ganz traditionell

Das „Panciera“, das sich nach wie vor im Stil der guten alten Zeit „Eissalon“ nennt, ist ganzjährig geöffnet. Im Sommer, wenn an den kleinen Bistrotischen vor dem Haus jeder der 80 Stühle fast immer besetzt ist (drinnen auf den beiden Ebenen sind noch einmal halb so viele Plätze), werden rund 40 verschiedene Eiscreme-Sorten angeboten, im Winter beschränkt sich die Auswahl auf 15 Sorten. Der „Panciera“-Schmelz hat seinen ganz eigenen Stil: cremig aber nicht sahnig, traditionell und unverfälscht, fruchtig und natürlich. Momentan kostet die Kugel 1 Euro, ausgezeichnet sind die Geschmacksrichtungen Amaretto, Grüner Apfel, Joghurt-Mango, Marzipan, Orange und Oreo.

Spaghetti-Eis ohne Ende und Cassata als Eistorte

Darüber hinaus gibt es über 50 Eisspezialitäten im Glasbecher oder in der Schale (mit und ohne Alkohol), sage und schreibe 19 verschiedene Varianten mit Spaghetti-Eis und acht „Kinderteller“ sowie selbst gebackene Waffeln mit Eiscreme und Obst oder Sahne pur und selbst gebackener Kuchen. Unbedingt probieren: den köstlichen Käsekuchen mit frischen Erdbeeren, Sahne und Erdbeer-Sauce, warmen Apfelstrudel und Cassata – eine Variation der sizilianischen Festtags-Süßspeise als Eistorte mit Nuss- und Vanille-Eiscreme und kandierten Früchten in einer gefrorenen Creme. Aber Vorsicht: macht süchtig!

Eissalon Panciera
Jakobistr. 4
30163 Hannover
Tel. 0511-66 74 34
Geöffnet: Mo-Sa 9-22, So 10-22 Uhr

Frioli die Eismanufaktur

Freitags Eismanufaktur

Anfang Februar 2017 hat Daniel Freitag Hannovers erste gläserne Eismanufaktur eröffnet. Durch ein großes Fenster im modern eingerichteten Eiscafé in einem Neubau am Herrenhäuser Marktplatz können neugierige Gäste dem kreativen Eismeister täglich bei der Arbeit über die Schulter schauen und zusehen, wie er aus saftigen Zitronen aus Mallorca, edlen Pistazien aus Sizilien oder zuckersüßen Pfirsichen aus Südfrankreich und anderen erlesenen Zutaten eine geradezu verboten gute Eiscreme kreiert, die alle Sinne berührt.

80 Sorten – eine besser als die andere

In der nicht allzu großen Vitrine rechts hinterm Eingang ist zwar nur Platz für vielleicht zwei Dutzend verschiedene Sorten Eiscreme, im Repertoire hat Daniel Freitag aber rund 80 – jede für sich eine kleine Geschmacksbombe und eine besser als die andere. Wo gibt es schon Prosecco-Eis, Rotwein-Eis oder Weißbier-Eis? Doch nicht das Exklusive macht den Unterschied, sondern die Qualität. Ganz groß ist da die kleine Kiwi: klingt für viele vielleicht langweilig, aber einmal auf der Zunge schmeckt der gar nicht so durch und durch grüne Schmelz als wenn man geradewegs in eine butterweiche, reife Kiwi beißt. Köstlich und erfrischend! Gleiches gilt für die anderen fruchtigen Standardsorten Banane, Erdbeere oder Mango sowie für die Klassiker wie Schokolade, Haselnuss oder Vanille und auch für die täglich wechselnden Spezialsorten wie Birne-Frischkäse, Buttermilch-Limette, griechischer Joghurt mit Honig oder Ziegenmilch-Erdbeer. Wann genau die eine oder andere von diesen ausgefallenen Eiscreme-Kreationen vorrätig ist, da will sich Daniel Freitag nicht festlegen. Am liebsten möchte er seine Gäste Tag für Tag eiskalt mit einer neuen Geschmacksrichtung überraschen.

Jede Jahreszeit schmeckt anders

Einen kleinen Appetitanreger gibt Daniel Freitag dann aber doch: jetzt im Frühling ist garantiert griechischer Joghurt mit Grantapfel öfter dabei, im Sommer kommt dann Spargel-Erdbeer, für den Herbst kann man sich auf Pflaume-Zimt freuen und der Winter ist die goldrichtige Zeit für Lebkuchen-Eis. Ganz unabhängig von der Jahreszeit wird der zarte Schmelz aus Freitags Eismanufaktur übrigens nicht pro Kugel berechnet sondern grammweise und bislang nur im Becher verkauft, 50 Gramm kosten zurzeit 1 Euro. Wer gerne eine größere Portion mit nach Hause nehmen möchte, kann für 5 Euro eine praktische Kühlbox kaufen und die kostbare Eiscreme darin für mehrere Tage im Gefrierfach aufbewahren. Oder man bestellt sich einfach einen der zwölf verschiedenen Eisbecher (Spaghetti-Eis ist natürlich auch dabei!) und nascht die Eiscreme mit frischen Früchten, Haselnüssen oder feinen Schokoladenstücken gleich in der Sonne am Terrassentisch vor der Tür.

Eine weitere frostige Spezialität von Daniel Freitag sind Eistorten. Rund eine Handvoll verschiedener Kompositionen stehen im regen Wechsel zur Auswahl: jetzt zum Frühling und Sommer etwa sind fruchtige Varianten mit Banane, feldfrischen Erdbeeren oder Mango beliebt, wenn die Tage wieder kühler werden gibt es Cookie-Torte mit Stracciatella-Eiscreme und gebrannten Mandeln oder Vollmilchschokoladen-Torte mit Zitrone und Holunder-Sauce (das feine Eisgebäck wird ebenfalls abgewogen, 50 Gramm kosten 1,20 Euro). Von Mitte September bis Mitte April werden zudem auch selbst gebackene Crêpes und Waffeln mit Eiscreme oder Früchten angeboten, der warme Apfelstrudel und der Käsekuchen hingegen schmecken eigentlich immer.

Freitags Eismanufaktur
Herrenhäuser Markt 7
30419 Hannover
Tel. 0511-94 05 11 09
Geöffnet: Mo-Sa 11-20, So 12-20 Uhr
www.freitags.com

Frioli die Eismanufaktur

Frioli die Eismanufaktur

Friolis famose Eismanufaktur in der Nähe des Lindener Marktplatzes hat erst im Mai 2012 eröffnet und ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Bei schönem Wetter stehen die Gäste um die Mittagszeit bereits vor Öffnung des hübsch eingerichteten Eiscafés geduldig Schlange, um sich den Tag zu versüßen mit ein paar Kugeln von ihrem Lieblingseis. Den begehrten Schmelz stellt Tanja Metz frisch vor Ort her, von Hand mit frischen Bio-Zutaten und mit so wenig Zucker wie möglich. Zur Auswahl stehen je nach Jahreszeit 16 bis 20 so genannte „Premium“- und „Premium Plus“-Sorten – von insgesamt rund 150 verschiedenen Milch- und Fruchteis-Kreationen, die auch für Allergiker und Veganer ein Genuss sind.

Der Bestseller ist Caramel mit Fleur de Sel

Eine Tageskarte informiert über die Eissorten, die gerade zu haben sind. Immer dabei sind natürlich die Premium-Klassiker (pro Kugel 1,25 Euro) wie Haselnuss mit Nüssen aus dem Piemont, Schokolade, Stracciatella, Vanille mit Gourmet-Vanille aus Papua-Neuguinea, Milchreis-Eis mit aufgestreutem Zimt und das einzigartige Caramel mit Fleur de Sel. Hinzu kommen ausgefallene Saisonsorten wie im Augenblick Käsekuchen mit Teigstücken, saftiger Rhabarber und Tonkabohne mit echtem Waldmeister sowie zwei oder drei Premium Plus-Kreationen wie etwa Macadamia oder Pecannuss, die mit 1,80 Euro pro Kugel etwas teurer sind, weil die jeweilige Zutat exklusiver und die Herstellung recht aufwändig ist. Jetzt schon freuen darf man sich auf Tanjas Sommersorten Lavendel, Spargel und Zitrone-Basilikum und auf die herbstliche Eiscreme aus frischen Feigen und Merlot-Trauben sowie auf ihre „Winterkollektion“ mit Gebrannter Mandel, Glühpunsch und Lebkuchen. Wer möchte, kann seine Lieblingssorte auch im 300ml-Becher mit nach Hause nehmen (100 Gramm ab 1,60 Euro).

Absolute Spitze: die Eis-Pyramide

Es muss ja nicht immer Eiscreme „to go“ sein. Friolis feines Eiscafé ist einladend: drinnen gibt es 32 gemütliche Sitzplätze, draußen auf der schmalen Gehweg-Terrasse sind es zwar nur halb so viele, dafür werden sie von der Sonne beschienen, und in den kuscheligen Fensternischen liegen ein noch ein paar Sitzkissen. Die Eisbecher-Auswahl ist mit zehn Varianten eher übersichtlich, dafür fallen die Portionen und die süße Deko spendabel aus und die Preise sind mehr als fair. Die Nummer Eins ist – nicht nur in der schlanken Karte – natürlich Spaghetti-Eis, gefolgt vom Schoko-Becher mit je einer Kugel Schoko- und Vanilleeis, Sahne, reichlich Schoko-Keksen, Schoko-Sauce und zusätzlich auch mit Schoko-Likör. Absolute Spitze ist Tanjas fulminante Eis-Pyramide für acht bis zehn Personen mit Früchten, Sahne und selbst gemachtem Biskuit für satte 62,50 Euro, die allerdings mindestens eine Woche im Voraus bestellt werden muss.

Kuchenfans sollten sich keinesfalls den köstlichen Blechkuchen mit Äpfeln, Mandeln oder Zwetschgen entgehen lassen, der nur an den Wochenenden in den kühleren Monaten warm aus dem eigenen Küchenofen kommt. Die nach eigener Rezeptur frisch gebackenen Crêpes und Lorrainewaffeln hingegen gibt es fast das ganze Jahr Saison – nur nicht im Januar, dann geht Frioli die Eismanufaktur in die Winterpause.

Frioli die Eismanufaktur
Stephanusstr. 8
30449 Hannover
Tel. 0511-79 09 66 08
Geöffnet: Mo-Sa 11.30-18, So 14-18 Uhr, bei schönem Wetter auch länger geöffnet
www.frioli.de

Giovanni L.

Giovanni L.

Nach Barcelona hat Giovanni Lasagna 2005 schließlich auch in seiner Heimatstadt Hannover eine Filiale eröffnet. Das Eiscafé am Kröpcke im Herzen der Stadt ist eher ein 400 Quadratmeter großer Eiscreme-Tempel auf drei Ebenen, vor dem sich bei Sonnenschein die Warteschlange schon einmal bis hinüber zur Kröpcke-Uhr ziehen kann. Anfang Januar 2017 wurde der Franchise-Betrieb zweieinhalb Monate für Modernisierungsarbeiten geschlossen. Rechtzeitig zum Frühling ist alles noch etwas farbenfroher und größer als zuvor – das gilt auch für die Eistheke, in die nun noch mehr von Giovannis preisgekrönter Eiscreme passt.

Bei Giovanni L. schleckt das Auge mit

Rund 150 verschiedene Eiscreme-Sorten hat Giovanni Lasagna im Laufe der Jahre nach eigenen Rezepturen entwickelt, 30 davon werden vorn im knapp vier Meter langen Verkaufstresen jeden Tag neu arrangiert und mit selbst gemachten Schoko-Ornamenten und frischen Früchten opulent und geradezu unwiderstehlich in Szene gesetzt. Unverwechselbar ist auch der Geschmack: die Standardsorten wie Erdbeere, Schokolade oder Vanille zergehen vollmundig und mit leichter Süße auf der Zunge, kompakt und buttrig schmecken Giovannis Schmelz-Spezialitäten wie Erdnuss mit Chili-Schokolade, Mamas Teigschüssel oder Mozart Praline, für pure Erfrischung sorgen Anden Brombeere, Mango-Maracuja sowie die neuen Sommersorten Gin Tonic und Gurke-Minze (Preis pro Kugel 1,30 Euro).

Originell sind auch die Eiscreme-Cocktails wie Gin Fizz Mint (mit Zitroneneis, Gin, Triple Sec, Zitronenlimonade und Minze) oder Piña Colada (mit Vanilleeis, Kokos-Ananas-Saft, Sahne und Rum), für die man sich am besten etwas Zeit nimmt und einen ruhigen Platz sucht auf der mit petrolfarbenen Samt bezogenen Sitzbank unten im Café oder in der lässigen Lounge im Zwischengeschoss darüber. Wer jetzt erst richtig heiß auf Eis geworden ist, sollte unbedingt einmal den Himbeer-Becher und den warmen Apfel- oder Schokoladenkuchen mit Haselnusskrokant probieren. Sehr gut sind auch die Spaghetti-Eis-Varianten mit Baileys oder exotischem Obstsalat, Frozen Gioghurt mit Erdbeermark auf gerösteten Körnern und der Licor 43- Becher mit Giovanni Lasagnas persönlicher Lieblings-Eissorte Stracciatella.

Mit einem Klassiker zwei Mal Weltmeister

Giovanni Lasagna, der 1972 in Steinhude westlich von Hannover geboren wurde, muss schon als Kind verrückt nach Eiscreme gewesen sein. Wann immer sein Großvater, der seit 1961 im beschaulichen Örtchen am Steinhuder Meer ein eigenes Eiscafé betrieb, mit einem von Hand angetriebenen Kessel Eiscreme machte – der kleine Giovanni war immer dabei, half mit und hörte offenbar gut zu, wenn Opa Lasagna ihm erklärte, was es alles für eine erstklassige Eiscreme braucht: Milch, Butter, Fette, Eier, Getreide, von allem nur das Beste aus der Region, dazu frisches Obst und Kräuter aus dem eigenen Garten und im Herbst selbst gesammelte Nüsse und getrocknete Beeren.

Mit diesem Grundrezept und großer Leidenschaft begann Giovanni Lasagna später, seine eigenen Kreationen zu entwickeln und auch mit für Eiscreme ungewöhnlichen Zutaten zu experimentieren: Mozzarella, Rotwein oder Tomate – alles war und ist möglich, solange es richtig gut schmeckt. Ironischerweise ist es dann doch ein typisch italienischer Klassiker gewesen, der ihm 2010 zu einer ganz besonderen Ehre verhalf. Bei der Eis-Fachmesse SIGEP im norditalienischen Rimini trat Giovanni Lasagna gegen 190 Konkurrenten aus 40 Ländern an – mit Pistazieneis, das er mit Olivenöl verfeinert hat. Die Jury bewertete Geschmack, Konsistenz und Dekoration und kürte Giovanni Lasagna zum Eisweltmeister. Am 23. Januar 2014 konnte der smarte Deutsch-Italiener in Rimini erneut den Weltmeistertitel holen, wieder mit seinem Pistazieneis!

Giovanni L.
Georgstr. 26
30159 Hannover
Tel. 0511-21 35 92 21
Geöffnet: tägl. 9-21 Uhr
www.giovannil.de/de/standorte/standorte-deutschland/hannover

Massimo’s Eiscafé Venezia

Massimo’s Eiscafé Venezia

Der kleine Eissalon mit der großen Terrasse auf dem Steintorplatz ist seit über 30 Jahren die vielleicht schönste Adresse in der City von Hannover für beste italienische Eiscreme mit schattigem Platz an der Sonne. „Hausherr“ Massimo Dall’Asta hat den schmucken Pavillon 1983 selbst gebaut – auf ausdrücklichen Wunsch der Stadt Hannover und mit der Auflage, dass das runde Häuschen mit den vielen Fenstern und vier Flügeltüren gerade einmal so groß wird, wie es noch heute ist.

Die Liebe zu guter Eiscreme liegt in der Familie

Bei Massimo Dall’Asta liegt die Leidenschaft für gute Eiscreme in der Familie. Bereits 1928 hat sein Vater Frederico am Engelbosteler Damm in Hannovers Nordstadt den ersten Eissalon eröffnet. Ein wenig nostalgischen Charme versprüht auch der sahneweiße Pavillon des Sohnemannes auf der Steintor-Plaza. Durch die bei schönem Wetter weit geöffneten Flügeltüren bekommt man einen Blick ins beengte und fast schon gemütliche Innere mit gerade einmal 12 Nischenplätzen rund um den kleinen Verkaufstresen (deutlich mehr Platz bietet die Terrasse mit ihren 260 Plätzen!). Noch kleiner ist die Eisvitrine daneben, in der aber immerhin bis zu 26 Eissorten Platz finden – gut beschriftet und momentan für 1,10 Euro pro Kugel zu haben. Produziert wird täglich frisch in Massimos zweitem Eiscafé am Aegi, an der Erich-Ollenhauer-Str. 21 in Langenhagen gibt es noch ein drittes Eiscafé.

Von der Nuss-Eiscreme jeden Tag eine Kugel

Die neuen Sorten in diesem Sommer sind Weiße Schokolade mit Nuss-Crisp und Milchreis-Eis mit Zimt und Zucker, der erst bei Bestellung aufgestreut wird. Auch die cremigen Klassiker wie Vanille oder Schokolade oder die erfrischenden Fruchtsorbet-Sorten Erdbeer und Mango haben seit Jahren ihre treuen Fans, doch besonders Nuss ist unvergleichlich und so gut, dass sich Massimo Dall’Asta jeden Tag davon eine Kugel gönnt. Heiß begehrt bei den Eisbechern ist auch im Eissalon auf dem Steintorplatz das Spaghetti-Eis: das gibt es in fünf Varianten, aber das allerbeliebteste ist die mit fein pürierten Erdbeeren und einem Schlag Sahne. Auf der Zunge zergehen aber auch andere Schmelz-Klassiker wie etwa der Stracciatella-Becher mit Schokopudding, der Baileys-Becher mit Mokka- und Vanilleeis, einem guten Schuss Baileys-Likör und Sahne, Joghurt Caffè mit frischem Joghurt, Joghurt-Eiscreme und kaltem Espresso und der Nussbecher mit knackigen Haselnüssen aus dem Piemont (das sind die besten!), cremiger Nuss-Sauce, Krokant und Sahne.

Viele Kinderportionen und lecker Käsekuchen

Bei Massimo kommen natürlich auch die kleinen Naschkatzen nicht zu kurz: neben den fünf verschiedenen Kinderbechern mit gemischtem Eis, frischen Früchten und vielen bunten Smarties können alle anderen Eisbecher in der Karte (bis auf die mit Alkohol) auch als kleine Portionen bestellt werden. Schließlich noch ein Tipp für’s Kaffeekränzchen: der selbst gebackene Käsekuchen ist köstlich (ganz gleich ob mit Himbeeren, Kirschen oder Mandarinen) und schmeckt auch ohne Sahne ganz wunderbar.

Massimo’s Eiscafé Venezia
Georgstr. 5a
30159 Hannover
Tel. 0511-146 87
Geöffnet: tägl. 9-21 Uhr
www.massimos-eiscafe.de

Soravia

Soravia

Das italienische Eiscafé im Zentrum des Stadtteils Kirchrode ist seit 1956 am Platz und seit genau 40 Jahren in den Händen von William Olivotti. Der klangvolle Namen wurde beibehalten, und auch sonst hat sich mit der Zeit erfreulicherweise kaum etwas verändert: noch immer stehen auf dem schmalen Gehweg vor der Tür nur vier Tische (mehr und vor allem sonnigere Sitzplätze gibt es auf der ruhigen Hof-Terrasse und an den drei Tischen hinterm Blumenladen gleich nebenan), nach wie vor trifft sich die Nachbarschaft gern auf einen Plausch mit William, und sein Eis ist so gut wie eh und je.

Klassisch, solide und ohne modischen Schnickschnack

Ein Glück, dass William Olivotti sich nicht für den Beruf des Skilehrers entschieden hat und lieber Eis machen wollte als buchstäblich darauf abzufahren. Es hätte nahe gelegen, denn in seinem Heimatdorf bei Cortina d’Ampezzo in den Dolomiten lernt man einfach schneller Skifahren als Laufen. Stattdessen verließ er mit 17 Jahren die Berge, reiste ins Flachland nach Hannover, jobbte im „Soravia“, übernahm 1987 das Geschäft und macht bis heute im Keller darunter jeden Tag erstklassige Eiscreme: in Handarbeit nach traditionellen Rezepturen, klassisch, solide und ohne modischen Schnickschnack. „Weniger ist mehr“ meint William, deshalb beschränkt er sich auf rund 30 verschiedene Sorten – und selbst die finden nicht alle Platz in der kleinen Eisvitrine neben der Eingangstür. Am beliebtesten sind Joghurt mit Granatapfel oder Mohn und die erfrischend-cremige Limette, unbedingt probieren sollte man auch Weiße Schokolade und die neuen Sommersorten Joghurt-Pfirsich und Mango (1,10 Euro pro Kugel). Etwas größer ist die Auswahl in Williams zweitem Eiscafé „Olivotti“ am Kantplatz im benachbarten Stadtteil Kleefeld: am großen Selbstbedienungstresen unterm venezianischen Kronleuchter aus Glas gibt es seit 2010 auch Frozen Yoghurt (pur, mit Früchten oder Nüssen) und so sahnig-süße Sorten wie Raffaello und Rocher.

Schnitzel mal anders

Deutlich schwerer fällt die Wahl bei den Eisbecher-Spezialitäten in der Karte, die William übrigens gern auch anliefert (nur in Kirchrode, Bemerode und Anderten zzgl. 2 Euro Anfahrtkosten). Einige der rund 80 verschiedenen Kreationen machen aus dem Eiscafé fast schon ein Gelati-Ristorante: neben Klassikern wie Bananen Split, Nuss Becher und Spaghetti-Eis gibt es auch originelle Eiscreme-Speisen wie Cannelloni (Vanilleeis mit Karamell-Sauce, Sahne und Eierlikör), Lasagne (Vanilleeis mit Schokoladenstückchen, Erdbeer-Sauce und Sahne) oder Tagliatelle (Pistazieneis mit Heidelbeer-Sauce, Sahne und Krokant) sowie Schnitzel (Schoko- und Vanilleeis mit Aprikosen in Sirup, Sahne und geraspelter Schokolade), Spargel-Eis (Vanilleeis mit Pfirsichen, Sahne und Kiwi-Sirup) und Frühkartoffeln (Vanille- und Nusseis mit Amarettopulver, Sahne, rotem Curaçao und Erdbeer-Sauce).

Fürst Pückler – Eisgenuss hoch drei

An kühlen Tagen empfiehlt sich ein Blick in die Sonderkarte mit ihren 16 Eisspezialitäten, die mit heißer Schokolade, verschiedenen Likören, Früchten und ganzen Nüssen zubereitet werden. Wärmstens zu empfehlen sind auch die selbst gebackenen Crêpes und Waffeln. Abschließend noch ein Tipp für Eiscreme-Nostalgiker: eine besondere Spezialität ist Fürst Pückler – die halbgefrorene Torte aus je einer Schicht Vanille-, Schokolade- und Erdbeereis war in den 1960er und 1970er Jahren in Mode und ist heute ein echter Klassiker.

Soravia
Tiergartenstr. 126 b
30559 Hannover
Tel. 0511-52 01 76
Geöffnet: tägl. 9-22 Uhr

Dieser Beitrag ist auch nachzulesen auf dem offziellen Online-Portal der Stadt Hannover unter „www.hannover.de“ – neben vielen weiteren Texten von mir über Liebens- und Sehenswürdigkeiten aus Hannover wie etwa beliebte Biergärten, beeindruckende Brücken und berühmte Brunnen sowie Kinos, die Geschichte geschrieben und Entdeckungen, die die Welt verändert haben oder Zeitschriften, die Hannover und Deutschland bewegen, Bücher über Hannover und Fernseh- oder Kinofilme, die in dieser Stadt gedreht wurden und vieles mehr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s